on IKUE MORI
Peace-x-peace, Washgington DC, august 22, 2008
by
Amrita Ganguly


IKUE MORI
SOMETHING BEAUTIFUL & INTRICATE & MOVING

Ms. Ikue Mori has won accolades for her achievements. The Japanese concept of Kaizen, or constant enhancement and innovation, is the aspect of her work that I find fascinating.

She has honed her skills on the acoustic drums and moved on to drum machines, which she has programmed not only to play in sync with drum beats, but to interact with the music of other musicians in real time. Today, Ms. Mori uses a very powerful portable computer fitted with software that allows her to design her own player in tandem with sounds she has created with drum machines in the past, processing them into new acoustics.

Born in Tokyo in 1953, she recalls her early childhood during the reconstruction of her nation. Radio and television had become the center of family life. The many American and French movies she watched as a little girl led her to imagine that she would always live in a foreign country.

Today, living in the US, she is to a great extent more appreciative of her traditional culture, and her music reflects her memories of American TV shows with Japanese sound tracks. Her album "100 Aspects of the Moon," used as the soundtrack for a movie made by American and French directors, was inspired by Yoshitoshi's woodprint moon stories from the end of the Edo period.

Ms. Mori arrived in New York in 1977 at the transition point between the end of the Punk era and the beginning of the No Wave movement, when "noise" became a part of music. In contrast with the scenario in Japan, the movement was spearheaded by many women who became her mentors, imbuing her with their spirit of self-confidence and independence. She collaborated with such great women rockers as Sunset Chorus, Toban Djadn, Fukudo, Vibraslaps, Death Praxis, Mephista, and Phantom Orchard.

After five years with the band DNA, her encounter with the drum machine led her to greater heights. In September 1999 she won the Arse Electronic Award for her drum machine works, and has been constantly innovating since that time. She works with digital technology, music, and visuals, with live performance in the mix.

Her most memorable recent performance took place earlier this year at the celebration of her 30th active year in music, hosted by the Japan Society. She presented her recent work in sound and images.

I asked Ms. Mori what cause she feels most passionately about and how her work has contributed to that. She answered: "My work is my passion. My life is love of art. My passion is to create something beautiful and intricate and moving. I would like to leave behind something to be remembered."

This astute musician, whose art form has moved - and brought joy - to millions around the world, has one piece of advice for women everywhere. "I have to keep telling myself: No one is pressuring me except myself."


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PEACE X PEACE, Washington DC, August 2008
by
Amrita Ganguly


Über Ikue Mori
„Etwas Schönes und Vertracktes und Bewegendes“

Ikue Mori hat Unmengen an Auszeichnungen für ihre Arbeiten erhalten. Das Japanische Prinzip des „Kaizen“, der ständigen Weiterentwicklung und Innovation ist der Aspekt ihres Schaffens, den ich faszinierend finde.
Nachdem sie ihre Fähigkeiten als Schlagzeugerin an den akustischen Drums perfektioniert hatte, folgte der Schritt zu den „Drum Machines“, die von ihr nicht nur dazu programmiert wurden, synchron zu Drumbeats zu funktionieren, sondern dazu, mit den Sounds anderer Musiker in Echtzeit zu interagieren.
Ikue Mori verwendet heute einen sehr leistungsstarken Laptop, ausgestattet mit Software, die  es erlaubt, ihren eigenen Player in Serie zu den Sounds zu schalten, die sie in der Vergangenheit mit Drum Machines entwickelt hat, und so alle Elemente zu neuen akustischen Eindrücken zu verarbeiten.
Ihre Kindheit erlebt die 1953 in Tokyo geborene Mori in einer Zeit des nationalen Wiederaufbaus. Radio und Fernsehen werden zum Zentrum des familiären Lebens. Die vielen amerikanischen und französischen Filme, die sie in ihrer Kindheit sieht, führen zur Wunschvorstellung, ständig in einem fremden Land zu leben.

Heute lebt Mori in den USA und ist in einem weitaus größeren Maße offen für ihre kulturellen Wurzeln, ihre Musik reflektiert die Erinnerungen an amerikanische TV-Shows mit japanischen Soundtracks. Ihr Album „100 Aspects of the Moon“, das als Soundtrack für einen Film amerikanischer und französischer Regisseure verwendet wurde, ist inspiriert durch Yoshitoshi’s Holzschnittillustrationen zu Geschichten über den Mond aus dem Ende der Edo-Periode.

Ikue Mori kam 1977 in New York an, in einer Zeit des Überganges, zwischen dem Ende der Punk-Ära und dem Beginn der No Wave Bewegung, als „noise“ endgültig zu einem Teil der Musik wurde. Im Unterschied zu Japan wurde die Bewegung hier von zahlreichen Frauen angeführt, von denen sich viele zu Moris Mentorinnen entwickelten, und sie mit ihrem Geist, ihrem Selbstvertrauen und ihrer Unabhängigkeit erfüllten. So arbeitete sie mit so großartigen MusikerInnen und Bands wie Sunset Chorus, Toban Djadn, Fukudo, Vibraslaps, Death Praxis, Mephista, Electric Masada und Phantom Orchard.
Nach fünf Jahren mit der Band DNA (mit Arto Lindsay, Robin Crutchfield, später Tim Wright) führte sie die Beschäftigung mit den Drum Machines in höhere Sphären.
Im September 1999 wurde Mori der Ars Electronica Award für ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Drum Machines verliehen, seither hat sie sich der innovativen Arbeit in diesem Bereich verschrieben. Sie arbeitet mit digitaler Technologie, Musik, Visuals und der Verbindung dieser Elemente in Live-Performances.

Ihr eindrucksvollster Auftritt in jüngerer Zeit fand im Frühjahr 2008 statt, als sie in einer Veranstaltung der Japan Society ihr 30 jähriges Jubiläum als aktive Musikerin feierte. Dabei präsentierte sie ihre jüngsten Werke in Sounds und Bildern.

Ich habe Ikue Mori gefragt, welchen Dingen gegenüber sie am leidenschaftlichsten empfindet, und inwieweit ihre Arbeit als ein Teil dessen zu sehen ist. Sie antwortete: „Meine Arbeit ist meine Leidenschaft. Mein Leben ist die Liebe zur Kunst. Meine Leidenschaft ist es, etwas Schönes und Vertracktes und Bewegendes zu schaffen. Ich würde gerne etwas zurücklassen, das die Menschen an mich erinnert.“
Die scharfsinnige Künstlerin, die mit ihren Werken Millionen Menschen weltweit bewegt – und erfreut - hat, weiß schließlich auch einen Rat für Frauen auf der ganzen Welt: „Ich muss mir selbst immer wieder vorsagen: Die einzige Person, die mich unter Druck setzt, bin ich selbst!“

Übersetzung: Anna Dobringer